Wer ein SaaS-Produkt entwickelt, beschäftigt sich früher oder später mit einer entscheidenden Frage: Wie sollen Kundinnen und Kunden eigentlich bezahlen?
Auf den ersten Blick wirkt die Auswahl eines Zahlungsanbieters wie eine rein technische Entscheidung. Man benötigt eine Checkout-Seite, eine Möglichkeit für wiederkehrende Zahlungen und idealerweise eine automatische Rechnung. Doch sobald ein SaaS international verkauft wird, kommen schnell weitere Themen hinzu: Umsatzsteuer, unterschiedliche Steuersätze, fehlgeschlagene Zahlungen, Kündigungen, Rückerstattungen, Abonnements, Rechnungsstellung und die Integration in die eigene Anwendung.
In meinen eigenen Projekten nutze ich überwiegend Digistore24. Der wichtigste Grund dafür ist nicht, dass Stripe keine gute Lösung wäre – ganz im Gegenteil. Eigentlich ist sie die bessere Wahl, flexibler und auch noch günstiger.
Warum nutze ich trotzdem in der Regel Digistore24? Es hat einfach mit der Geschwindigkeit zu tun, mit der ich ein neues Produkt auf den Markt bringen möchte. Digistore24 ermöglicht mir einen schnellen Start, ohne dass ich mich sofort um Rechnungen, Steuern und die gesamte kaufmännische Abwicklung kümmern muss.
Digistore24 bietet mir eine einfache Integration in Ihre Anwendung und erlaubt es, verschiedene Abomodelle zu implementieren´mit geringen Entwicklungszeitaufwand. Die Plattform unterstützt sowohl einmalige als auch wiederkehrende Zahlungen und bietet eine intuitive Benutzeroberfläche für Kunden, die sich an Ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen lassen. Digistore24 nimmt mir einen großen Teil der kaufmännischen und steuerlichen Arbeit ab. Gerade für kleinere SaaS-Projekte, neue Produkte und Angebote, die zunächst schnell am Markt getestet werden sollen, ist das für mich ein erheblicher Vorteil.
In meinem Kundenprojekt „Ziggurat“ setzen wir dagegen auf Stripe. Dort benötigen wir mehr Kontrolle über den Bezahlprozess, die Abonnementlogik und die technische Verbindung zwischen Zahlungssystem und Anwendung. Stripe ist in der Einrichtung etwas anspruchsvoller, bietet dafür aber deutlich mehr Flexibilität.
Beide Systeme können deshalb die richtige Wahl sein. Entscheidend ist, wie dein Geschäftsmodell aussieht, wie viel Kontrolle du benötigst und wie viel administrativen Aufwand du selbst übernehmen möchtest.
Der grundlegende Unterschied zwischen Stripe und Digistore24
Obwohl Stripe und Digistore24 beide Zahlungen abwickeln können, verfolgen sie unterschiedliche Ansätze.
Stripe ist in erster Linie eine umfassende Zahlungs- und Billing-Infrastruktur. Du kannst damit Zahlungen annehmen, Abonnements verwalten, Rechnungen erstellen, verschiedene Preismodelle abbilden und Zahlungsprozesse sehr tief in deine Anwendung integrieren.
Digistore24 arbeitet dagegen bei vielen digitalen Produkten und Dienstleistungen als sogenannter Merchant of Record beziehungsweise Reseller. Vereinfacht gesagt verkauft Digistore24 das Produkt gegenüber dem Endkunden und kümmert sich dabei unter anderem um Zahlungsabwicklung, Rechnungsstellung und die umsatzsteuerliche Behandlung der Transaktion.
Dieser Unterschied ist für die Entscheidung wesentlich.
Bei Stripe bist du normalerweise selbst der Verkäufer gegenüber deinem Kunden. Stripe stellt dir die technische Infrastruktur bereit, aber dein Unternehmen bleibt grundsätzlich für die korrekte steuerliche und rechtliche Abwicklung verantwortlich.
Bei Digistore24 übernimmt der Anbieter im Reseller-Modell einen deutlich größeren Teil dieser Verantwortung. Du bist dort als Vendor beziehungsweise Produktanbieter tätig, während Digistore24 die eigentliche Verkaufstransaktion mit dem Kunden abwickelt.
Digistore24: Einfach starten und weniger Verwaltung
Der größte Vorteil von Digistore24 ist aus meiner Sicht die Einfachheit.
Du legst dein Produkt an, definierst den Preis, hinterlegst die relevanten Produktinformationen und erhältst anschließend einen Bestelllink. Diesen kannst du auf deiner Website, Landingpage oder innerhalb deines Funnels einbinden.
Für die eigentliche Freischaltung deines SaaS kannst du nach einem erfolgreichen Kauf entsprechende Benachrichtigungen, IPN-Anbindungen oder Automatisierungen verwenden. Dadurch lässt sich beispielsweise nach dem Kauf automatisch ein Benutzerkonto erstellen oder ein bestehendes Konto auf einen kostenpflichtigen Tarif hochstufen.
Natürlich ist auch bei Digistore24 eine gewisse technische Integration notwendig, wenn dein SaaS Zugänge selbstständig freischalten und sperren soll. Der Checkout und die grundlegende Verkaufsabwicklung sind jedoch vergleichsweise schnell eingerichtet.
Gerade bei einem MVP kann das entscheidend sein. Du musst nicht zuerst ein vollständiges Billing-System entwickeln, bevor du dein Produkt verkaufen kannst.
Digistore24 übernimmt Rechnungsstellung und Steuern
Einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich Digistore24 in meinen eigenen Projekten verwende, ist die Entlastung bei Rechnungen und Steuern.
Bei digitalen Produkten und Dienstleistungen können je nach Land des Kunden unterschiedliche umsatzsteuerliche Anforderungen gelten. Digistore24 tritt im Reseller-Modell als Merchant of Record auf und berechnet bei entsprechenden Verkäufen die anwendbare Umsatzsteuer.
Das bedeutet in der Praxis: Der Endkunde erhält seine Rechnung von Digistore24. Digistore24 kümmert sich um die steuerliche Behandlung der Kundentransaktion und zahlt dir anschließend deinen entsprechenden Anteil aus.
Das vereinfacht insbesondere internationale B2C-Verkäufe. Statt dich selbst mit jedem Steuersatz, Rechnungsanforderungen und der Abführung der vereinnahmten Umsatzsteuer auseinandersetzen zu müssen, lagerst du einen großen Teil dieses Prozesses aus.
Wichtig ist trotzdem: Digistore24 ersetzt nicht deine eigene Buchhaltung oder steuerliche Beratung. Die Auszahlungen und Abrechnungen von Digistore24 müssen selbstverständlich korrekt in deiner Buchhaltung erfasst werden. Der Unterschied besteht darin, dass du nicht jede einzelne Endkundenrechnung selbst erstellen und steuerlich behandeln musst.
Die Vorteile von Digistore24 für ein SaaS
1. Schnelle und einfache Einrichtung
Ein einfaches SaaS-Abonnement lässt sich relativ schnell als Produkt anlegen. Du benötigst keine aufwendig programmierte Checkout-Oberfläche und kannst mit einem vorhandenen Bestellformular starten.
Das ist besonders hilfreich, wenn du zunächst prüfen möchtest, ob Menschen überhaupt bereit sind, für deine Lösung zu bezahlen.
2. Weniger steuerlicher Aufwand
Digistore24 übernimmt im Reseller-Modell die steuerliche Abwicklung der Kundentransaktion. Gerade bei internationalen B2C-Verkäufen kann das einen erheblichen organisatorischen Vorteil darstellen.
3. Automatische Rechnungen an Kunden
Die Rechnungen an deine Käufer werden durch Digistore24 erstellt und bereitgestellt. Du musst nicht zusätzlich ein eigenes Rechnungssystem entwickeln oder einen separaten Rechnungsdienst anbinden.
4. Integriertes Affiliate-System
Digistore24 ist nicht nur Zahlungsanbieter, sondern besitzt auch eine ausgeprägte Affiliate-Infrastruktur. Du kannst anderen Personen ermöglichen, dein Produkt gegen eine Provision zu bewerben.
Für SaaS-Produkte, die über Coaches, Agenturen, Content Creator oder Vertriebspartner verkauft werden, kann das sehr interessant sein. Du musst nicht erst selbst ein komplettes Partnerprogramm mit Tracking, Provisionsabrechnung und Auszahlungen aufbauen.
5. Geeignet für MVPs und kleinere Teams
Wenn du allein arbeitest oder nur ein kleines Team hast, möchtest du deine Zeit wahrscheinlich lieber in das Produkt, den Support und das Marketing investieren als in Rechnungslogik und Steuerprozesse.
Digistore24 reduziert diese Nebenthemen und ermöglicht einen vergleichsweise schnellen Markteintritt.
Die Nachteile von Digistore24
So komfortabel Digistore24 ist, die Plattform hat auch Einschränkungen.
1. Weniger Kontrolle über den Checkout
Der Checkout lässt sich zwar anpassen, dennoch bewegst du dich innerhalb des von Digistore24 vorgegebenen Systems. Du hast nicht dieselbe gestalterische und technische Freiheit wie bei einem vollständig individuell integrierten Stripe Checkout.
Für klassische Funnels ist das häufig kein Problem. Soll der Zahlungsprozess jedoch wie ein vollständig integrierter Bestandteil deiner SaaS-Anwendung wirken, kann diese Einschränkung störend sein.
2. Weniger flexibel bei komplexen Abonnementmodellen
Ein monatlicher oder jährlicher Festpreis lässt sich gut umsetzen. Schwieriger wird es bei sehr individuellen Billing-Modellen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Abrechnung pro Benutzer
- Nutzungsbasierte Preise
- Unterschiedliche Mengenstaffeln
- Minuten- oder verbrauchsabhängige Abrechnung
- Flexible Tarifwechsel mit anteiligen Gutschriften
- Komplexe Enterprise-Verträge
- Individuelle Rechnungszyklen
Für solche Modelle ist Stripe meist wesentlich besser geeignet.
3. Abhängigkeit vom Reseller-Modell
Der Vorteil, dass Digistore24 als Reseller auftritt, bedeutet gleichzeitig, dass du nicht jeden Aspekt der Kundenbeziehung selbst kontrollierst.
Der Kunde kauft rechtlich betrachtet bei Digistore24. Das zeigt sich unter anderem auf Rechnungen, Kontoauszügen und teilweise in der Kommunikation rund um die Bestellung.
Für viele digitale Produkte ist das völlig akzeptabel. Bei einer stark positionierten B2B-Software oder einer Enterprise-Lösung kann es dagegen sinnvoller sein, selbst als direkter Vertragspartner und Rechnungsaussteller aufzutreten.
4. Weniger Freiheit bei der Produktarchitektur
Stripe ist stark API-orientiert und kann dadurch sehr tief in eine Anwendung eingebunden werden. Bei Digistore24 muss sich die eigene Architektur stärker an den vorhandenen Bestell-, Produkt- und Benachrichtigungsprozessen orientieren.
Für einfache SaaS-Angebote reicht das vollkommen aus. Sobald das Billing jedoch ein zentraler Bestandteil der Produktlogik wird, stößt man schneller an Grenzen.
Stripe: Mehr Flexibilität und mehr Kontrolle
Stripe ist besonders stark, wenn du dein Billing individuell in dein SaaS integrieren möchtest.
Du kannst einen von Stripe gehosteten Checkout verwenden oder eigene Zahlungsoberflächen erstellen. Über APIs und Webhooks lässt sich der gesamte Lebenszyklus eines Abonnements mit deiner Anwendung verbinden.
Dein System kann dadurch unter anderem auf folgende Ereignisse reagieren:
- Ein Kunde schließt ein Abonnement ab
- Eine Testphase beginnt oder endet
- Eine Zahlung ist erfolgreich
- Eine Zahlung schlägt fehl
- Ein Tarif wird gewechselt
- Ein Abonnement wird gekündigt
- Eine Rechnung wurde erstellt
- Eine Rückerstattung wurde durchgeführt
Damit kannst du sehr genau festlegen, welche Funktionen ein Benutzer zu welchem Zeitpunkt verwenden darf.
Stripe unterstützt außerdem unterschiedliche Preismodelle und die Verwaltung wiederkehrender Zahlungen. Neben klassischen Festpreisabonnements können auch komplexere und nutzungsabhängige Modelle umgesetzt werden.
Warum Stripe minimal komplizierter ist
Stripe ist nicht grundsätzlich schwer zu verwenden. Ein einfacher Stripe-Checkout kann ebenfalls relativ schnell eingerichtet werden.
Der Unterschied zeigt sich vor allem im Gesamtprozess.
Mit der Annahme einer Zahlung ist es bei einem SaaS nicht getan. Du musst zusätzlich entscheiden, wie du mit Rechnungen, Steuern, fehlgeschlagenen Zahlungen, Kündigungen, Tarifwechseln und Zugriffsrechten umgehst.
Bei einer sauberen Stripe-Integration benötigst du üblicherweise:
- Produkte und Preise in Stripe
- Einen Checkout-Prozess
- Webhook-Endpunkte
- Eine Zuordnung zwischen Stripe-Kunden und deinen Benutzern
- Eine Logik für aktive und inaktive Abonnements
- Prozesse für fehlgeschlagene Zahlungen
- Ein Kundenportal oder eigene Verwaltungsoberflächen
- Ein Konzept für Steuern und Rechnungen
Stripe bietet für viele dieser Bereiche fertige Komponenten. Sie müssen jedoch korrekt konfiguriert und mit der eigenen Anwendung verbunden werden.
Genau deshalb ist Stripe minimal komplizierter als Digistore24, aber gleichzeitig deutlich flexibler.
Steuern und Rechnungen bei Stripe
Auch Stripe kann Rechnungen erstellen und Steuerbeträge berechnen. Stripe Billing verwaltet Abonnements und Rechnungen, während Stripe Tax je nach Konfiguration Umsatzsteuer, Sales Tax und GST berechnen kann.
Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass Stripe durch diese Funktionen nicht automatisch zum Verkäufer deines Produkts wird.
Du bleibst in einem klassischen Stripe-Setup selbst für deine steuerlichen Pflichten verantwortlich. Automatische Steuerberechnung kann dir viel Arbeit abnehmen, aber du musst weiterhin prüfen, wo du registrierungspflichtig bist, welche Meldungen erforderlich sind und wie die Beträge abgeführt werden.
Ein Werkzeug zur Steuerberechnung ist nicht dasselbe wie ein Merchant-of-Record-Modell.
Das ist einer der größten strategischen Unterschiede zwischen Stripe und Digistore24:
Digistore24 übernimmt als Reseller die Kundentransaktion. Stripe stellt dir Werkzeuge bereit, mit denen du deine eigene Kundentransaktion abwickelst.
Die Vorteile von Stripe für ein SaaS
1. Maximale Flexibilität
Stripe lässt sich sehr tief in deine Software integrieren. Du kannst Preise, Tarifwechsel, Gutscheine, Testphasen und Abrechnungslogik individuell gestalten.
2. Sehr gute Eignung für komplexe SaaS-Modelle
Sobald dein Pricing über „monatlich 29 Euro“ hinausgeht, spielt Stripe seine Stärken aus.
Besonders geeignet ist Stripe für:
- Seat-based Pricing
- Nutzungsbasierte Abrechnung
- Credits oder Kontingente
- Verschiedene Produktmodule
- Mehrere parallele Abonnements
- Individuelle B2B-Verträge
- Upgrades und Downgrades
- Anteilige Abrechnungen
- Individuelle Testphasen
3. Nahtlose Produkterfahrung
Der Bezahlprozess kann eng mit deiner eigenen Anwendung verbunden werden. Ein Kunde kann beispielsweise direkt während des Onboardings einen Tarif auswählen, bezahlen und anschließend ohne sichtbaren Systemwechsel weiterarbeiten.
4. Gute Entwicklerwerkzeuge
Stripe ist stark auf Entwickler ausgerichtet. APIs, Webhooks, Testumgebungen und eine umfangreiche Dokumentation ermöglichen eine professionelle technische Integration.
5. Direkte Kundenbeziehung
Du trittst selbst als Verkäufer auf. Deine Unternehmensdaten stehen auf der Rechnung und die Abrechnung kann als direkter Teil deiner Marke gestaltet werden.
Gerade bei B2B- und Enterprise-Kunden kann dies professioneller wirken und besser zu individuellen Vertragsbeziehungen passen.
Die Nachteile von Stripe
1. Höherer Implementierungsaufwand
Eine robuste Stripe-Anbindung besteht nicht nur aus einem Zahlungsbutton. Webhooks, Fehlerfälle und Statusänderungen müssen zuverlässig verarbeitet werden.
Ein typischer Fehler wäre beispielsweise, einen Benutzer direkt nach dem Checkout dauerhaft freizuschalten, ohne spätere Zahlungsausfälle oder Kündigungen zu berücksichtigen.
2. Mehr Verantwortung
Du bist selbst für deine Rechnungs- und Steuerprozesse verantwortlich. Stripe bietet dafür hilfreiche Werkzeuge, nimmt dir die Verantwortung jedoch nicht im selben Umfang ab wie ein Merchant of Record.
3. Mehr mögliche Fehlerquellen
Je individueller deine Integration ist, desto mehr Sonderfälle musst du berücksichtigen.
Was passiert, wenn ein Webhook zweimal ankommt? Was passiert, wenn eine Zahlung zunächst fehlschlägt und später erfolgreich wiederholt wird? Wann wird der Zugang gesperrt? Was geschieht mit bereits bezahlten Kontingenten nach einem Downgrade?
Stripe gibt dir die Freiheit, diese Fragen selbst zu beantworten. Diese Freiheit erzeugt aber auch Entwicklungs- und Wartungsaufwand.
4. Zusätzliche Systeme können notwendig werden
Je nach Geschäftsmodell benötigst du neben Stripe weitere Lösungen für Buchhaltung, Steuerregistrierungen, Steuererklärungen, Mahnprozesse oder individuelle Rechnungsanforderungen.
Warum wir bei „Ziggurat von SWIS“ Stripe einsetzen
Im Kundenprojekt „Ziggurat von SWIS“ nutzen wir Stripe, weil dort die Flexibilität und die technische Kontrolle wichtiger sind als die möglichst einfache Einrichtung.
Stripe eignet sich besonders dann, wenn Zahlung und Abonnement nicht nur ein vorgeschalteter Kaufprozess sind, sondern direkt mit den Funktionen der Anwendung zusammenhängen.
Sobald verschiedene Tarife unterschiedliche Berechtigungen besitzen, Änderungen unmittelbar in der Software sichtbar werden sollen oder individuelle Billing-Prozesse benötigt werden, ist eine API-basierte Lösung häufig die bessere Wahl.
Der zusätzliche Aufwand bei der Integration ist in einem solchen Projekt gerechtfertigt, weil wir dadurch den Zahlungsprozess exakt an das Produkt anpassen können.
Warum ich für meine eigenen Projekte Digistore24 nutze
In meinen eigenen Projekten entscheide ich mich meistens für Digistore24, weil ich pragmatisch und schnell arbeiten möchte.
Ich möchte ein Produkt veröffentlichen, Zahlungen annehmen und mich möglichst wenig mit der Erstellung einzelner Kundenrechnungen oder der umsatzsteuerlichen Behandlung internationaler Verkäufe beschäftigen.
Gerade in der frühen Phase eines Projekts ist die theoretisch flexibelste Lösung nicht automatisch die beste Lösung.
Eine technisch perfekte Stripe-Integration bringt wenig, wenn du mehrere Wochen daran arbeitest, bevor überhaupt klar ist, ob dein Angebot gekauft wird. In solchen Fällen ist Digistore24 für mich der sinnvollere Kompromiss.
Ich akzeptiere etwas weniger Flexibilität und erhalte dafür:
- Einen schnelleren Start
- Einen fertigen Checkout
- Automatische Kundenrechnungen
- Weniger steuerlichen Verwaltungsaufwand
- Eine integrierte Affiliate-Infrastruktur
- Weniger selbst entwickelte Billing-Logik
Das bedeutet nicht, dass jedes Projekt dauerhaft bei Digistore24 bleiben muss. Ein SaaS kann zunächst mit einem einfachen System validiert und später auf eine individuellere Lösung migriert werden.
Wann solltest du Digistore24 verwenden?
Digistore24 ist wahrscheinlich die bessere Wahl, wenn du:
- Ein MVP oder ein neues SaaS-Angebot schnell testen möchtest
- Ein einfaches monatliches oder jährliches Abonnement anbietest
- Hauptsächlich an Selbstständige oder Endkunden verkaufst
- Keine eigene Rechnungs- und Steuerinfrastruktur aufbauen möchtest
- International verkaufen willst, ohne jede Kundentransaktion selbst steuerlich abzuwickeln
- Affiliates oder Vertriebspartner einsetzen möchtest
- Allein oder in einem kleinen Team arbeitest
- Möglichst wenig Entwicklungszeit in das Billing investieren möchtest
Auch für ein SaaS, das funktional eher einem Mitgliederbereich, einem Tool-Zugang oder einem digitalen Abonnement entspricht, kann Digistore24 sehr gut funktionieren.
Wann solltest du Stripe verwenden?
Stripe ist wahrscheinlich die bessere Wahl, wenn du:
- Komplexe Tarife und Abrechnungsmodelle benötigst
- Nutzungsbasiert abrechnen möchtest
- Preise pro Benutzer oder Arbeitsplatz berechnest
- Eine vollständig integrierte Produkterfahrung schaffen willst
- Deine Kundenbeziehung direkt kontrollieren möchtest
- Überwiegend B2B- oder Enterprise-Kunden bedienst
- Individuelle Verträge und Rechnungszyklen benötigst
- Ein Entwicklerteam für die Integration und Wartung hast
- Billing als zentralen Bestandteil deines Produkts betrachtest
- Langfristig eine sehr flexible und skalierbare Infrastruktur aufbauen möchtest
Eine einfache Entscheidungshilfe
Stelle dir vor der Auswahl drei Fragen.
Wie komplex ist mein Preismodell?
Ein Produkt, ein monatlicher Preis und ein jährlicher Preis sprechen eher für Digistore24.
Mehrere Module, Benutzerpreise, verbrauchsabhängige Kosten und flexible Tarifwechsel sprechen eher für Stripe.
Wie viel Verantwortung möchte ich selbst übernehmen?
Möchtest du Rechnungen, Steuerlogik und die direkte Verkaufstransaktion möglichst weit auslagern, ist Digistore24 attraktiv.
Möchtest du selbst Verkäufer bleiben und sämtliche Abläufe kontrollieren, ist Stripe die passendere Grundlage.
Was ist aktuell wichtiger: Geschwindigkeit oder Flexibilität?
Für einen schnellen Launch und eine frühe Produktvalidierung ist Digistore24 häufig ausreichend und effizient.
Für ein langfristig geplantes SaaS mit komplexem Billing kann es sinnvoll sein, direkt in eine saubere Stripe-Architektur zu investieren.
Meine klare Empfehlung
Für Solo-Selbstständige, kleine Teams und neue SaaS-Projekte empfehle ich in vielen Fällen zunächst Digistore24.
Du kannst schneller starten und musst dich nicht sofort mit allen steuerlichen und kaufmännischen Details internationaler Digitalverkäufe beschäftigen. Besonders bei einem klaren Festpreis-Abo überwiegt der Vorteil der Einfachheit häufig die eingeschränkte Flexibilität.
Genau deshalb verwende ich Digistore24 in meinen eigenen Projekten.
Für technisch anspruchsvolle SaaS-Produkte, B2B-Plattformen und Anwendungen mit komplexen Tarifmodellen empfehle ich dagegen Stripe.
Stripe erfordert mehr Konfiguration und eine sorgfältigere technische Integration. Dafür erhältst du die Freiheit, deinen gesamten Bezahl- und Abonnementprozess passend zu deinem Produkt zu entwickeln. Im Projekt „Ziggurat von SWIS“ ist genau diese Flexibilität der ausschlaggebende Grund für Stripe.
Fazit: Nicht das beste System, sondern das passende System
Die Frage lautet nicht, ob Stripe oder Digistore24 grundsätzlich besser ist.
Die richtige Frage lautet:
Welches System passt zur aktuellen Phase und zur Komplexität deines SaaS?
Digistore24 ist stark, wenn du schnell starten, einfach verkaufen und möglichst viel administrative Arbeit abgeben möchtest. Die Einrichtung ist unkompliziert, Rechnungen werden automatisch erstellt und durch das Reseller-Modell wird dir ein großer Teil der steuerlichen Verkaufsabwicklung abgenommen.
Stripe ist stark, wenn du maximale Kontrolle, eine tiefe Integration und flexible Abonnementmodelle benötigst. Die Einrichtung ist etwas komplizierter, dafür kannst du nahezu jeden Teil deines Billings an die eigene Anwendung anpassen.
Für meine eigenen, meist pragmatisch aufgebauten Projekte ist Digistore24 daher aktuell die bevorzugte Lösung. Bei „Ziggurat von SWIS“ verwenden wir Stripe, weil das Kundenprojekt eine individuellere und flexiblere Billing-Infrastruktur benötigt.
Am Ende solltest du dein Zahlungssystem nicht danach auswählen, welche Plattform die meisten Funktionen besitzt. Entscheide danach, welche Lösung dir hilft, dein Produkt zuverlässig zu verkaufen, ohne unnötige Komplexität zu erzeugen.
Für ein einfaches SaaS gilt häufig:
Digistore24 bringt dich schneller an den Markt.
Für ein komplexes SaaS gilt häufig:
Stripe gibt dir langfristig mehr Freiheit.
